Stuttgarter Zoo besetzt unter dem Motto: Wilhelma = Tödlich für Tiere

  • Beitrag zuletzt geändert am:28 Juli, 2026
  • Beitrags-Kategorie:Pressemitteilungen

Heute früh um 9:36 Uhr haben zwei Aktivist:innen das Dach im Eingangsbereich der Wilhelma erklommen, sie halten ein Banner mit der Aufschrift „Wilhelma: Tödlich für Tiere!“. Weitere sieben Aktivist:innen haben die Eingangs-Drehkreuze blockiert und sich mit Hilfe von Ketten und Kleber befestigt. Eine Person trägt eine Polygon Krokodilmakse und stellt das Krokodil Tong dar, welches Plastik auswürgt. Sie halten Schilder mit den Aufschriften „Zoos = Tierquälerei“, „Free Tong“ und „Tierleid sichtbar machen“. Um 10:0 Uhr ist die Polizei eingetroffen. Die Aktivist:innen bleiben nach eigenen Angaben vor Ort, bis sie von der Polizei geräumt werden.

Nachdem letzte Woche erschreckendes Videomaterial durch die Medien ging wie Krokodil Tong Unmengen an Plastikmüll auswürgte, [1]​​​​​​​ hatten Unterstützer:innen des Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart bereits mit Kreide-Spray Sprüchen gegen den Zoo protestiert. [2] 

Der Stuttgarter Zoo Wilhelma reagierte unzureichend, erkannte die Gefahr für die Tiere nicht und kündigte läppische „Maßnahmen“ wie neue Schilder in der Krokodilhalle oder etwas engmaschigeres Gitter an. Das ist nicht der erste Fall: Im Jahr 2000 ist ein Leistenkrokodil an einer Schwermetallvergiftung gestorben, nachdem Besucher:innen Münzen in sein – nicht dagegen gesichertes – Becken geworfen hatten [3]. 2014 starb Eisbär Anton nachdem er eine Jacke, welche in das Gehege gefallen war, verschluckt hatte [4]. Als See-Elefantenbulle Charly im Sommer 1996 im Alter von 23 Jahren eingeschläfert wurde, fand man in seinem Magen zwei Stofftiere, Schnuller und unzählige Münzen [3].

„Laut Tierschutzgesetz gilt für Tierhalter die Sorgfaltspflicht [5], dieser kommt Kölpin offensichtlich nicht nach wenn aufgrund unverantwortlicher Gehegeführung Müll, Kleidungsstücke und andere Gegenstände in den Lebensbereichen der Tiere landen.“ so Emilia Schüler, Pressesprecherin des Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart. „Der Fall zeigt erneut, dass sich Kölpin mehr für – die Besucher:innen ansprechende – „schöne“ Gehege interessieren als für das Wohl der Tiere die dort eingesperrt sind. Tiere werden als Geldquelle gesehen und nicht als fühlende Individuen mit eigenen Bedürfnissen.“ 

Wir fordern einen Zucht- und Importstopp für Zoos, damit würde die Gefangenschaft von Tieren in zoologischen Einrichtungen langsam auslaufen. Tiere bei denen das möglich ist (z.B. Affen) sollen an Auffangstationen abgegeben werden in denen sie artgerechtere Bedingungen haben. Für die verbleibende Zeit in der noch Tiere im Zoo leben müssen, fordern wir die Umstrukturierung der Gehege in Orte welche an die Interessen der Tiere und nicht die Interessen der Menschen angepasst sind. Das Ziel ist die Abschaffung von Zoos und ein Verhältnis auf Augenhöhe zwischen Menschen und Tieren. 

Das Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart ist eine Ortsgruppe des Vereins die tierbefreier*innen e.V. [6]. Wir setzen uns friedlich durch gezielte Kampagnen gegen die Ausbeutung von Tieren in Stuttgart ein und legen den Fokus aktuell auf Tiere in der Unterhaltungsbranche.

Quellen:

[1] https://www.spiegel.de/panorama/stuttgart-krokodil-wuergt-schnuller-hoch-tierschuetzer-empoert-a-09ee7831-cb3e-44af-8c20-c65cef8519f2 

[2] https://www.ok.de/nachrichten/lifestyle/tierschutz-aktivisten-spruhen-botschaften-wilhelma-stuttgart-260716ni522950

[3] https://www.stuttgarter-zeitung.de/lokales/stuttgart/legendaere-wilhelma-tiere-erinnerungen-an-vilja-charly-oder-buschi-79223119.html

[4] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/stuttgarts-eisbar-stirbt-an-verschluckter-jacke-5636941.html

[5] https://www.tierimrecht.org/de/recht/lexikon-tierschutzrecht/vernachlssigung/#

[6] https://tierbefreier.org/

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